Freitag, 22. März 2019
SAP Hana
SAP macht ernst und jetzt?

Seit mehreren Jahren versucht SAP mit ihrer neuen HANA-In-Memory-Technologie die etablierten R3 Anwendungen zu substituieren. Von vielen, vor allem kleineren Unternehmen, wurde dieser neue Ansatz jedoch mehr oder weniger ignoriert. Mit der Abkündigung von R3-basierten Lösungen im Jahr 2025 und quasi dem Zwang der Umstellung von SAP ERP auf SAP S/4HANA, wird es jetzt ernst. So spürte man auf der diesjährigen E-world diesbezüglich auch eine große Verunsicherung bei einigen SAP Anwendern. Dies vor allem bei mittleren und kleineren EVU, die jetzt mit der neuen Technologie wahre IT-Kostenexplosionen befürchten und sogar eine Abkehr von SAP-Lösungen ernsthaft diskutieren.

SAP CRM soll 2025 ebenfalls abgekündigt werden und durch die Alternative C/4HANA als ganzheitliches CRM-Lösungspaket mit SAP Marketing Cloud, SAP Commerce Cloud, SAP Service Cloud, SAP Customer Data Cloud und Sales Cloud abgelöst werden. Die Unternehmen befürchten auch hier, dass ihr jahrelanger Invest jetzt stranden wird.

Auch wenn die Vergangenheit zeigt, dass SAP nicht alle angekündigten Termine exakt eingehalten hat und es eine mögliche Karenzzeit über 2025 hinausgeben wird, ist eines sicher: An dem Weg zur neuen Architektur mit Führungs- und Steuerungsdaten in Echtzeit, modernen Apps und Dashboards geht kein Weg mehr vorbei.

Ein solcher Paradigmenwechsel bietet jedoch eine Chance, mit einem neuen System neue Prozesse aufzubauen oder vorhandene zu optimieren, um damit effizienter zu werden. Auf dem Weg in die neue Technologie-Welt werden die Anwender nicht alleine gelassen; SAP und verschiedene SAP-Partner haben klare Lösungsansätze zum Wechsel der Technologie von ERP auf S/4HANA entwickelt. Auch der Ansatz von Kooperationen oder der Weg über geeignete Outsourcing Partner ist zu prüfen, um auf diese Weise Synergien zu heben und die Kosten für den Technologiesprung kalkulierbar zu halten. Nach Einschätzung gängiger Energiemarktdienstleister ist der Umstieg auf HANA durch die von SAP zugesichert Anrechnung auf die bestehenden Lizenzen finanziell machbar.

Als Fazit bleibt: EVU müssen nicht direkt morgen umstellen, sollten aber die Abkündigung zum Anlass nehmen, eine neue IT-Strategie zu entwickeln.