Freitag, 22. März 2019
Prägen Kooperationen zukünftig stärker die Stadtwerkelandschaft?
Wie kann die Realisierung einer Kooperation in der Praxis aussehen?

Das Marktumfeld für Energieversorgungsunternehmen und Stadtwerke ist schwierig wie nie zuvor. Die Erträge brechen weg, der Kostendruck steigt und zugleich sorgen erneuerbare Energien und die digitale Revolution dafür, dass die Branche heute ganz anders funktioniert als noch vor fünf Jahren. Auch die Anforderungen und Erfahrungen von Mitarbeitern und Führungskräften, die in den letzten Jahren rekrutiert wurden, sind bei der Auswahl nicht so ausreichend berücksichtigt worden, wie sie jetzt für eine Neuausrichtung am Markt benötigt werden. Bei immer mehr Versorgern setzt sich daher die Erkenntnis durch, dass sie die Herausforderungen der nächsten Jahre nicht alleine stemmen können.

Gerade nach den Insolvenzen der Energiediscounter DEG Deutsche Energie und Bayerische Energieversorgung (BEV) wird bei verschiedenen Marktbeobachtern die Frage laut, woran es bei den Geschäftsmodellen krankt. Insbesondere der Preiskampf auf diversen Online-Vergleichsportalen führt zu absurden Discount-Geschäftsmodellen. Hier ist es umso wichtiger, dass die Stadtwerke sich keinem Blindflug hingeben, sondern auf ein gut funktionierendes Controlling und zutreffend definierte KPIs setzen. Ebenso wichtig ist die Durchführung von kontinuierlichen Prozess-Kosten Benchmarks mit externen Marktdienstleistungspreisen.

Vor dem Hintergrund dieser Probleme und den großen Herausforderungen für kommunale Energieversorgungsunternehmen und Stadtwerke in Deutschland – mehr Regulierung, fortschreitende Digitalisierung, zunehmender Wettbewerb und sinkende Gewinne – kommen immer mehr Geschäftsführer zu dem Ergebnis, dass sie diese Rahmenbedingungen am besten durch Kooperationen lösen können. Auch um die Chancen aus der Digitalisierung sowie der Energie- und Verkehrswende optimal zu nutzen oder neue Geschäftsfelder zu entwickeln, sollten sich die kommunalen Unternehmen für Kooperationen öffnen. So kann man vom Know-how der Partner profitieren, Kosten senken, Mitarbeiterfluktuation ausgleichen und hat gegebenenfalls die Möglichkeit auch das Geschäftsrisiko zu teilen. Insgesamt hat sich im Markt die Auffassung gefestigt, dass Kooperationen die Stadtwerkelandschaft künftig stärker prägen werden.

Wie kann die Realisierung einer Kooperation in der Praxis aussehen?

Nachdem sich Geschäftsführer mit diesem Thema auseinandergesetzt haben, kommen sie häufig zu dem Schluss, dass alles viel zu komplex und aufwendig sei. Man hätte in der Organisation gar nicht die Möglichkeit Kooperationen zu prüfen und dann zu realisieren.

Genau hier kann die nevento, als unabhängiges Beratungshaus, mit ihrem strukturierten Vorgehensmodell helfen. Für die Entwicklung und Umsetzung von unternehmensindividuellen Vorgehensweisen stehen kompetente und in Energiewirtschaft äußerst erfahrenen Berater zur Verfügung.

Ganz wichtig ist, dass der Wille zu einer Zusammenarbeit vorhanden ist. Denn häufig besteht neben der organisatorischen Herausforderung zur Neuausrichtung auch die Angst der Verantwortlichen etwas wegzugeben oder zu verlieren. Wenn man sich jedoch darauf einlässt, muss eine gemeinsame Idee der Partner gefunden und vereinbart werden. Und wie im Privatleben auch, ist die Wahl des Partners mit den Menschen, die dahinterstecken, entscheidend für eine effiziente Umsetzung der Idee und einen späteren Markterfolg.

Als Ausgangspunkt müssen zunächst folgende Fragestellungen bearbeitet werden:

  1. Welches strategische Ziel verfolgen die Verantwortlichen im Unternehmen mit einer möglichen Zusammenarbeit?

  2. In welcher Form soll eine mögliche Zusammenarbeit erfolgen?

  3. Wer ist der richtige Partner für mein Unternehmen?

  4. Welches Potenzial kann durch eine Kooperation gehoben werden?

In den sich anschließenden Workshops werden auf Geschäftsführerebene die erforderlichen Rahmenbedingungen für eine mögliche gemeinsame Strategie erarbeitet. Die Potenziale der Kooperation werden auf Prozessebene ermittelt und nach Synergien sowie Effizienzpotenzial je Unternehmen ausgewiesen. Das ist eine wesentliche Grundlage für die spätere Entwicklung möglicher Geschäftsmodelle, die auch durch eine juristische Prüfung rechts- und regulierungssicher werden. Der Shared-Service-Ansatz für die technischen und kaufmännischen Bereiche ist ebenfalls ein Kernpunkt, um Kosteneinsparungen zu realisieren. Der Vertrieb oder auch andere Betriebsteile können zum Beispiel erst zu einem späteren Zeitpunkt in die Kooperation integriert werden.

Nach Festlegung des Modells und Erarbeitung grober Organisations-, Personal-, Standort- und IT-Konzepte sowie einer Businessplanung folgt nach Beschlussfassung der eingebundenen Gremien die Umsetzung.

Sie haben sich bereits mit diesem Thema beschäftigt? Sie haben aber nicht den richtigen Ansatz oder Kooperationspartner vor Augen? Wir suchen potentielle Kooperationspartner für gestartete Projekte oder um sie einfach zusammenzuführen. Bei Interesse an einer Kooperation oder für weitere Informationen senden Sie eine kurze Mail an Stadtwerkekooperationno-spam-for-@nevento-group-this-address.de.